Computer an Schulen: Eine Million Euro Investitionsstau (aus dem ST)

In Schwabach herrscht in Sachen IT ein großer Nachholbedarf - 23.10.2015 08:40 Uhr

„Wir haben uns bereits auf den Weg gemacht“, versicherte Bürgermeister Dr. Roland Oeser, ehemals selbst Lehrer. Doch wie weit dieser Weg noch ist, das hat die jüngste Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusses des Stadtrats deutlich gemacht.

Medienkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation in der modernen Berufswelt. Doch bei der Ausstattung mit entsprechender Technik herrscht an Schwabachs Schulen noch großer Nachholbedarf.

Medienkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation in der modernen Berufswelt. Doch bei der Ausstattung mit entsprechender Technik herrscht an Schwabachs Schulen noch großer Nachholbedarf. © Foto: dpa


Zuerst die gute Nachricht: Die Stadt Schwabach hat ihre Investitionen für „IT an Schulen“ in den vergangenen Jahren massiv erhöht. „Vor fünf Jahren waren es nur 2000 Euro. Ein Witz“, sagt Karl Freller (CSU) rückwirkend. 2013 waren es bereits 100 000 Euro, heuer immerhin 200 000. Hinzu kommen 110 000 Euro in die Infrastruktur an den Grundschulen, um die angestrebte Vernetzung der Software für die Schulverwaltung zu ermöglichen. „Das Problem ist also erkannt“, findet Oeser. Zufrieden ist aber niemand.

Weitere Schritte nötig

Denn da gibt es noch die schlechte Nachricht: Um einen modernen Standard zu erreichen, müsste noch viel mehr getan werden. „Wir haben einen Investitionsstau von rund einer Million Euro“, erklärte Rainer Thiede. Diese Zahl stammt vom 2013 gegründeten „Steuerkreis“ der Stadtverwaltung zur Umsetzung eines „IT Konzepts“ für Schwabachs Schulen.

„Die Mittel sind massiv hochgefahren worden“, weiß Thiede die ersten Schritte der Stadt durchaus zu schätzen. Aber weitere seien dringend. Dass er mit dieser Meinung nicht alleine steht, demonstrierte auch die Anwesenheit weiterer Schulleiter, die ebensowie wie Schulrätin Ingrid Dröse die Diskussion als Zuhörer verfolgten.

Bei den Stadträten hinterließen Thiedes klare Worte spürbare Wirkung. „Eine Million ist ein erschreckender Betrag. Der war mir nicht geläufig“, sagte Eckhard Göll (Grüne). „Ich habe die Zahl aber schon genannt. Das ist nichts Neues“, entgegnete Frank Klingenberg. „Wir müssen nachholen, aber das geht nicht auf einen Schlag.“

Doch auch Rosy Stengel (CSU) war überrascht: „Ich bin jetzt total verunsichert. Eine Woche nach den Haushaltsberatungen habe ich jetzt kein gutes Gefühl.“ „Selbst mit einer Million ist noch nicht viel getan. Wir traben der Entwicklung hinterher“, findet Heinrich Hack (CSU). „Ich kann die Worte von Herrn Thiede nur unterstützen“, versicherte auch Saskia Stadelmeyer (SPD). Das sieht auch Erwin Eberlein (FW) so: „Aber man muss auch sehen, dass die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten schon sehr viel macht.“ Nicht genug, meint Dr. Sabine Weigand (Grüne): „Wenigstens einmal müssen wir ein wenig klotzen. So langsam wie bisher kann es nicht weitergehen.“ 

GÜNTHER WILHELM