Historisches Ereignis an der Johannes-Kern-Mittelschule

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Als „historisches Ereignis im Leben der Johannes-Kern-Schulfamilie“ bezeichnete Schulleiter Rainer Thiede die Titelverleihung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Rahmen eines Festaktes am 8. Mai, dem 70. Jahrestag des Kriegsendes 1945. „Es erfüllt mich mit Stolz, dass unsere Schule heute diesen Titel verliehen bekommt, gibt es doch schon seit Jahren immer wieder Projekte an unserer Schule, die sich gegen Rassismus, Mobbing oder andere Formen der Diskriminierung wenden.“

Besonders beeindruckt zeigte sich Thiede davon, dass die Schülerinnen und Schüler selbst die Umsetzung dieses bundesweiten Projektes forcierten. Eine Arbeitsgruppe aus Schülern (unterstützt von den Lehrerinnen Maria Ullermann und Andrea Pfaffenritter, sowie den Religionspädagogen Andrea Brehmeier-Strerath und Armin Hückl) begann bereits im Januar, sich um den Titel zu bewerben und die nötigen Unterschriften zu sammeln. Schülersprecher Rebecca Karmann, Nik Eirich und Alessandro Russo schilderten im Namen der Arbeitsgruppe, wie diese Mitschülerinnen und Mitschüler auf das Thema aufmerksam machte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion plakatierten sie Wände und Fußböden im ganzen Schulhaus mit Bildern und Sprüchen, die Diskriminierung und Rassismus im Schulalltag aufdecken sollten. Am darauffolgenden Schultag gingen die Schüler der AG „Schule mit Courage“ dann in die einzelnen Klassen, um mit Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern über das Thema zu diskutieren und Unterschriften für diese Aktion zu sammeln. Über 93% aller zur Schulfamilie Gehörenden folgten dem Aufruf und trugen sich in die Listen ein, mit denen sich dann bei der bundesweiten Schüleraktion beworben werden konnte. Nun galt es jedoch, noch einen Paten für die Initiative an der Schule zu finden. Schnell waren sich die Schüler einig und fanden in Fußballprofi Christian Eigler einen prominenten Unterstützer dieses Projekts. In seiner Rede beim Festakt verglich Eigler die Schule mit einer Fußballmannschaft, in der es darauf ankommt, dass alle „respektvoll miteinander umgehen und zusammenhalten“ – egal welcher Nationalität oder Religion sie angehören. „Rassismus und Diskriminierung haben weder im Fußball noch in der Schule Platz“, so Eigler weiter. Der Fußballer machte den Schülerinnen und Schülern Mut, immer wieder Courage zu zeigen und sich füreinander einzusetzen.

 

Im Namen der Bundeskoordination von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ dankte Bertram Höfer vom Bezirksjugendring als Regionalkoordinator des Projekts Mittelfranken den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement, wies aber gleichzeitig auf deren Verantwortung hin. Die Titelverleihung sei nicht das „Ende des Projektes, sondern erst der Anfang! Ihr sollt dafür sorgen, dass auch die kommenden Generationen an eurer Schule dieses Projekt weitertragen!“, so Höfer. Im Namen der Schulfamilie gaben die Schülervertreter die Versprechen ab, die jede und jeder mit seiner Unterschrift bekannt hatte: nachhaltige Projekte zu entwickeln, um Diskriminierungen zu überwinden, sich gegen jede Form von Diskriminierung zu wenden und sich für gegenseitigen Respekt einzusetzen. Mit der Überreichung des Zertifikats hieß Höfer die Johannes-Kern-Mittelschule im „größten Schülernetzwerk Deutschlands“ willkommen, zu dem bisher weit mehr als 1500 Schulen bundesweit gehören.

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Christian Eigler als Pate, die Schülersprecher Alessandro Russo, Rebekka Karmann, Nik Eirich und Bertram Höfer als Regionalkoordinator stellen sich  zum Gruppenfoto nach der Überreichung des Zertifikates.

 

 

Die Schülersprecher bedankten sich bei Bertram Höfer und Christian Eigler für die Zertifizierung und die Übernahme der Patenschaft. Mit einem bewegenden Videobeitrag riefen Schülerinnen und Schüler verschiedener Nationen alle an der Schule in den unterschiedlichsten Sprachen dazu auf: „Sag NEIN zu Rassismus und setze dich ein!“

Sichtlich beeindruckt zeigten sich Höfer und Eigler von der Feier, die von Schülerinnen und Schülern der Klasse 5g und der Schulband unter der Leitung von Lehrerin Gina Solla musikalisch umrahmt wurde. „Eure Schule ist wirklich schön und bunt“, bestätigte der Fußballer, „da fühlt man sich echt wohl!“

Armin Hückl/ Foto rt

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